Warum mach ich mich kleiner?

Ich bin’s, Nörv.
Freitag. Schreibtag.

Die Sätze landen auf dem Bildschirm. Und ich spüre sofort:
Das sitzt. Klar. Auf den Punkt. Kein Schnörkel.

Body lehnt sich ein kleines Stück nach vorne. Brust weit. Ein Hauch von Stolz.
Dopamin wirft kurz Glitzer in die Luft.
„Yes!“

Und dann – natürlich – bin ich nicht allein:

Amy räuspert sich.
Ganz fein.
„Ist das nicht ein bisschen zu direkt?“

Da ist sie.
Diese millisekundenschnelle Spannung im Bauch.
Wie ein kleiner Gong.

Dorsy schiebt seinen schweren Vorhang ein Stück zu.
„Mach dich lieber kleiner. Sicher ist sicher.“
Meine Schultern sinken einen Zentimeter.

Speedy springt auf wie ein übereifriger Praktikant.
„Sag noch was Nettes dazu! Nur zur Sicherheit. Ein bisschen Polster.  Ein kleines Wattebäuschchen!“

Und ich? Ich tippe.

Ein Nebensatz.
Eine Rechtfertigung.
Ein freundliches „Natürlich verstehe ich auch…“

 

Mein klarer Satz wird weicher. Runder. Höflicher.

Er ist jetzt für alle gut verdaubar. Niemand wird stolpern. Niemand wird sich gestossen fühlen.

Und ich lese ihn nochmal.

Ja. Er ist ehrlich. Er ist korrekt. Aber ich fühle ihn nicht mehr.

 

Body meldet sich jetzt deutlicher.
Enge im Brustkorb.
Ein leises Wegkippen nach innen. So ein Gefühl wie: „Ach schade.“

Viva meldet sich nicht laut.
Eher wie ein warmer Atem im Rücken.
„Am Anfang war er lebendig.“

Und ich halte inne. Finger über der Tastatur. Still.

Frida kommt langsam online. Nicht dramatisch. Eher wie ein Licht, das sich hochdimmt.

Sie macht keine Vorwürfe. Nur eine Frage:

Wo schützt du gerade Beziehung – und schwächst deine eigene Position?

 Autsch.

Mein Team meint es gut.
Wirklich.

Amy erinnert sich an Situationen, in denen Direktheit nicht gut ausging.
Hippo hat Bilder archiviert von hochgezogenen Augenbrauen, von Kälte, von Rückzug.
Speedy will Verbindung sichern.
Dorsy kennt das Gefühl von „zu viel sein“ und danach allein zu sein.

Sie haben mich geschützt. Als ich kleiner war. Als Abhängigkeit real war.
Als Beziehung überlebenswichtig war.

Und heute?

Bin ich immer noch so abhängig? Oder fühlt es sich nur so an?

Body atmet tiefer. Nicht, weil alles geklärt ist.
Sondern weil ich hinschaue.

Vielleicht ist mein Satz nicht gefährlich. Vielleicht ist er einfach nur klar.

Vielleicht darf Beziehung heute etwas aushalten. Und es darf sich jemand daran seinen Kopf anstossen.

Ich sitze da. Mit zwei Versionen meines Satzes.

Der weichen.
Und der lebendigen.

Und ich spüre: Sicherheit heisst nicht immer Anpassung.
Manchmal heisst sie stehen bleiben.

Ich lösche den Zusatz. Nur probeweise.

Mein Herz klopft. Aber es schlägt vorwärts.

Und ich frage mich:

Kennst du das auch? 

Wenn du ausprobieren möchtest wie es sich anfühlt stehen zu bleiben:

melde dich wir schauen gemeinsam hin