Ich habe verstanden und kippe trotzdem.

Veröffentlicht am 20. März 2026 um 04:55

Ich verstehe es ja. Wirklich.

Ich, bin Nörv.

Ich habe im Kopf längst begriffen, was mir guttun würde.
Dass ich Pausen brauche.
Dass mein Körper nicht gegen mich arbeitet.
Dass alte Muster nicht einfach Dummheit sind.

Und trotzdem reicht manchmal ein voller Tag, ein falscher Tonfall, ein Moment von Druck
und ich kippe.

Amy ruft sofort Alarm.
Speedy rennt los.
Body macht alles fest.
Und Frida? Offline.

Dann denke ich:
Ernsthaft?
Ich habe es doch verstanden.
Warum passiert das immer noch?

Vielleicht genau deshalb, weil Verstehen nicht dasselbe ist wie verkörpern.
Mein System greift unter Stress nicht auf meine schönsten Einsichten zurück.
Es greift auf das zurück, was vertraut ist. Auf alte Schutzwege.

Das ist nicht elegant. Aber es ist logisch.

Und vielleicht ist genau das der Punkt, der mich heute mehr berührt als früher:
Ich falle nicht zurück, weil ich versage.
Ich falle zurück, weil etwas in mir mich schützen will.

Was hilft, ist selten gross.

Zu merken: Ah. Mein System hat übernommen.

Den Boden unter mir zu spüren.
Weniger zu analysieren.
Einen Atemzug.
Ein Glas Wasser.
Eine Hand auf den Brustkorb.
Einen Satz wie: Ich bin gerade angespannt. Ich darf langsam werden.

Und manchmal hilft auch ein ruhiger Mensch.
Eine Stimme, die nichts von mir will.
Ein Blick, bei dem etwas in mir merkt:
Ich bin nicht allein.

Ich glaube langsam, Veränderung sieht anders aus, als ich dachte.

Nicht: nie mehr kippen.
Sondern: es etwas früher merken.
Mich etwas weniger verlieren.
Etwas freundlicher mit mir bleiben.

Vielleicht ist es das,  was wirklich hilft:
mich im alten Muster nicht auch noch selbst zu verlassen.

Und vielleicht beginnt genau dort etwas Neues.
Nicht perfekt. Aber echt.

Wie fein bist du mit dir?

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