Und wieder will Amy mich zwingen zu feuern.

Veröffentlicht am 5. Juni 2026 um 11:35

Amy feuert. Mal wieder.

Ich hab nichtmal fertig gedacht, da ist sie schon da. Laut. Dringlich. Absolut überzeugt, dass jetzt gerade irgendetwas schief geht. 

Speedy springt an. Bodi zieht sich zusammen. 

Und Frida – na ja, Frida ist heute Morgen gar nicht erst erschienen.

Das Verrückte? Es ist Freitag. Ich sitze am Tisch. Die Tasse Kaffee dampft noch.

Kein Notfall. Nirgends.

Aber mein Nervensystem hat das Memo nicht mitbekommen.

 

Und jetzt kommt der Moment, den ich früher übersprungen hab: Ich könnte wütend werden auf Amy. 

Könnte sagen, hör auf, du übertreibst, das nervt. Tue ich aber nicht mehr. 

Weil ich inzwischen weiss: Amy macht das nicht, um mich zu quälen. Amy macht das, weil sie es gelernt hat. Weil es irgendwann genau das Richtige war – dieses ständige Bereit-Sein. Dieser allzeit aktive Wachdienst.

Das war Schutz.

Nur: Damals ist vorbei.

Was ich jetzt brauche, ist kein Schalter, den ich umlege. Kein Kurs, der mich «repariert». Kein Wille, der die Angst wegdrückt. 

Was ich brauche, sind Momente. Kleine, bewusste, leise Momente. Füsse auf dem Boden. Ein Atemzug, den ich wirklich spüre. Vielleicht Gras unter den Sohlen. 

Viva Vagus braucht keine grosse Bühne – sie braucht eine Einladung.

Sie braucht nur eine Entscheidung.

Nicht um mich zu verändern. 

Sondern damit mein System irgendwann glaubt, was längst wahr ist: Hier ist es sicher. 

Ich darf bleiben. Genau so, wie ich bin.

Nicht weggepackt in irgendeine Schublade. Sondern aufgehoben. Sorgfältig. Mit Wert.

Kennst du dieses Hochdrehen, das sich irgendwann «normal» angefühlt hat?