Staffel 4 Episode 2 - Ich bin im NeuroAtelier
Ich bin Nörv.
Ich sitze auf dem Boden, im NeuroAtelier
Nicht, weil ich gefallen bin.
Sondern weil mein ganzes Innenleben gerade beschlossen hat,
eine Bühne zu bauen. Mit Scheinwerfern. Und sehr viel Drama.
Speedy rennt schon mal im Kreis,
für den Fall, dass wir flüchten müssen. Amy steht am Bühnenrand und wedelt mit Warnschildern,
als gäbe es gleich freien Eintritt für Katastrophen.
Dorsy?
Hat sich unter den Tisch gelegt. Vorhang zu. Welt aus. Body zittert leise, so wie ein Handy, das man auf lautlos gestellt hat, aber das trotzdem alles mitkriegt.
Und ich sitze mittendrin und weiß nicht mehr, wem ich zuerst zuhören soll.
Früher hätte ich mich erklärt. Hätte versucht, das alles logisch zu ordnen.
Mich zusammenzureißen. Oder wenigstens souverän auszusehen.
Hallo Frida Fokus, ich weiß, du würdest gern übernehmen – aber du bist gerade nicht online.
Heute ist es anders.
Heute sage ich nichts Kluges. Nichts Starkes.
Ich sage nur:
„Ich merk, dass alles in mir gleichzeitig will.
Und dass ich mich verliere, wenn ich versuche, allem gerecht zu werden.“
Ich muss hier nichts, alles darf sein, ich höre mir seit langem wiedermal zu, ohne es zu übergehen und anders haben zu wollen.
Es passiert etwas Merkwürdiges.
Nicht im Außen.
Innen.
Speedy bleibt stehen, als hätte jemand den Strom kurz rausgenommen.
Amy klappt ihr Megafon zu. Nicht, weil die Gefahr weg ist – sondern weil sie gehört wurde.
Dorsy schiebt mir wortlos ein Kissen unter den Rücken.
Ich atme.
Nicht, um ruhig zu werden.
Nicht, um irgendetwas zu regulieren.
Sondern einfach, um da zu bleiben, wo ich gerade bin.
Der Boden ist kalt. Aber echt.
Ich stehe auf. Langsam. Nicht besonders stabil. Aber klar.
Und zum ersten Mal denke ich:
Selbstverantwortung fühlt sich nicht an wie „Ich muss mich im Griff haben“.
Sondern wie „Ich darf hier landen“.
Wie Boden unter meinen Füßen,
auch wenn es wackelt.
Selbstführung beginnt nicht,
wenn alles ruhig ist –
sondern wenn ich bewusst wähle,
wofür ich jetzt Verantwortung übernehme.
🌀 Nörv denkt laut:
Nicht alles, was laut ist, ist wichtig.
Und nicht alles, was wichtig ist, ist jetzt dran.